Twitter (nicht) erfolgreich nutzen

Tweet

Social Media: Für den Einen ein undurchschaubares Dickicht, für den Anderen schon seit Jahren ein immer noch brandaktuelles Thema. Muss das so sein? Bei der schieren Flut an verschiedenen Social-Media-Plattformen ist Verwirrung fast schon vorprogrammiert. Folgende Plattformen sind die zentralen „Player“ für Social-Media-Marketing in Deutschland:

  • Facebook und Google+ als bekannteste Soziale Netzwerke,
  • Pinterest als (in Deutschland noch immer nicht allzu verbreitetes) Bildernetzwerk,
  • Wordpress als das beliebteste System für Blogs,
  • je nach Fachthema (über das man sich selbstredend nicht regelmäßig informiert) Themenforen,
  • Youtube für Videos, die noch dazu nicht nur Produktwerbung sein sollten,
  • und dann auch noch dieses Microblogging mit Twitter.

Tipps für einen erfolglosen Tweet

Wer doch einmal spontan das Tweeten im Unternehmen anfangen muss/will, der kann die nachfolgende Liste verwenden, um wirklich keinen (!) Erfolg zu schaffen. Dann wird das Thema auch mit Sicherheit schnell wieder begraben:

  • Mitarbeiter mit der Aufgabe überraschen. Das gibt höchstwahrscheinlich ganz andere Ergebnisse, als wenn man genug Zeit zur Vorbereitung gibt.
  • Einen Mitarbeiter wählen, der möglichst wenig (private) Erfahrung mit sozialen Medien hat.
  • Nicht auf Kommentare reagieren. Das ist schließlich Mehrarbeit.
  • Möglichst kurz angebunden antworten: Darum ging es doch, oder?
  • Verschwenden Sie keine Zeit damit, sich mit den bereits vorhandenen Twitter-Ressourcen zu Ihrem Wunschthema zu beschäftigen. Twitter gibt es schließlich schon einige Jahre, da sollten Sie keine Zeit mehr mit Recherchen verlieren!
  • Die Limitierung von 140 Zeichen können Sie dadurch überwinden, dass Sie über mehrere Tweets verteilt schreiben.
  • Abk. verw., u. d. max. Menge a. Inh. einzufüg.
  • Für den Unternehmens- oder Produktauftritt eine Abkürzung verwenden, damit potentiell Interessierte den Auftritt suchen können, anstatt ihn auf Anhieb zu finden.
  • Fake-Accounts anlegen, um Follower zu simulieren. Dann gibt es in den Reportings auch schneller Ergebnisse.
  • Das Profil zur Einsparung von Zeit mit den minimal notwendigen Infos versehen. Wer sich wirklich interessiert, soll sich auch die Mühe machen, die Unternehmenswebseite zu besuchen.
  • Niemandem folgen! Schließlich wollen Sie ja nur selber Follower, und die kommen ganz bestimmt von alleine.
  • Das Corporate Design vermeiden, damit die Besucher keinen langweiligen Wiedererkennungseffekt haben.
  • Content is King!: Private Dinge genauso tweeten wie die tägliche Mittagspause.
  • Den Account für sich alleine stehen lassen. Ein Hinweis in der E-Mail Signatur oder auf anderen Social Media Profilen könnte schließlich interessierte Follower erzeugen.
  • Pure Eigenwerbung. Ziel einer Social Media Kampagne ist der Verkauf, und nicht so wenig greifbare Dinge wie Kundenbindung, Erhöhung der Reichweite oder Weiterempfehlung.
Tweet-Vögel im Himmel
  • Unregelmäßig twittern, damit Besucher sehen, dass kein Plan und keine Ordnung hinter der Kommunikationsstrategie stehen.
  • Auch völlig Themenfremdes einbinden. Was Sie selber interessiert, interessiert bestimmt auch Ihre Follower!
  • Je nach Zielgruppe gibt es unterschiedliche Hauptnutzungszeiten. Posts außerhalb dieser Zeiten sind prima, denn sie verschwinden im sagenumwobenen Twitter-Nirwana, bevor eine nennenswerte Menge Nutzer sie lesen kann.
  • Immer die URL in voller Länge posten, auch wenn das schon einmal 130 der 140 Zeichen verbrät. URL-Shortener brauchen schließlich fünf Sekunden mehr Arbeitszeit.
  • Außerdem sollen Ihre Leser in kindlicher Spannung vor dem Link stehen und sich fragen, was dahinter verborgen ist. Nehmen Sie diesen Leuten nicht die Überraschung, indem Sie den Inhalt des Links beschreiben.
  • Vermeiden Sie, an einer Diskussion teilzunehmen. Twitter ist zwar ein soziales Netzwerk, aber Sie wollen ja nur haben, ohne zu geben.
  • Den eigenen Twitter-Namen als RSS-Feed zu abonnieren, um möglichst schnell bei Anfragen reagieren zu können, benötigt viel Zeit, die eh nicht eingeplant ist. Statt interessierten potentiellen oder bereits bestehenden Kunden zu helfen und ein gutes Bild zu fördern, warten da ja noch die neuen Tweets…
  • #Hashtags helfen Nutzern dabei, schneller Tweets zu bestimmten Themen zu finden. Um sich im Twitter-Dschungel zu verstecken, müssen Sie solche #Hashtags vermeiden.
  • Auf keinen Fall die Konkurrenz beobachten! Falls die nämlich etwas besser macht, müssten Sie das ja folgerichtig auch adaptieren.
  • Fremde Artikel nicht nennen. Hier bei Twitter geht es nur um Sie und Ihr Produkt.
  • Wenn mal keine Zeit ist, kopieren Sie einfach die alten Tweets: Das ganze Twitter-Thema ist nach 2 Wochen eh nicht mehr ganz so wichtig, und wer liest schon mehrere Tweets.
  • Und wenn es nicht genug zum Wiederholen gibt: Automatischen Inhalten fehlt zwar das Persönliche, aber dafür geht es schnell. Außerdem ist es immer wieder spannend zu sehen, an welchen unmöglichen Stellen der Satz dann abbricht. Das kann schon einmal zu lustigen bis missverständlichen Posts führen.
  • Da viele private Accounts nicht allzu sehr auf Rechtschreibung und Grammatik achten, müssen Sie das mit Ihrem Firmenaccount erst recht nicht.
  • Suchmaschinen-Optimierung wie anno 2000 geht natürlich auch auf Twitter. Benutzern Sie doch einfach noch hinter ihrem Tweet Alternativbegriffe, beispielsweise: „SEO Optimierung, SEOoptimierung, Optimierung SEO.“ Der Platz ist ja da, und was kümmert es, wenn es die Leser stört?
  • #Fan der #Hashtags geworden? Dann #posten Sie doch möglichst viele #Hashtags in einem #Tweet. Das stört zwar den #Lesefluss, aber #wassolls.
  • Werbesprache kann nicht jeder. Nutzen Sie sie also auch auf Twitter! Erzählen Sie vom „blütenweißen Wascherlebnis“, denn wer sollte deswegen schon das Followen aufhören?! (Und nutzen Sie Ausrufungszeichen, als ob es kein Morgen gibt!!!)
  • Profil- und Hintergrundbilder können ruhig auch etwas weniger Qualität aufweisen. Es ist ja nicht so, als ob wirklich jeder dadurch auf die Qualität Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung schließen würde. „Viele“ ist schließlich nicht „alle“.
  • Einen Link zum Impressum einzubinden (und dort zu erwähnen, dass das Impressum auch für den Twitter-Account gilt), könnte Abmahnungen vermeiden. Andererseits haben die Follower so die Chance, Sie zu kontaktieren, wenn Sie das Twitter-Profil gerade mal ruhen lassen.
  • Danke und Bitte haben im Geschäftsleben keinen Platz, und damit auch nicht auf Twitter. Sozialverhalten ist etwas für diejenigen, die wirklich Ihre Freunde sind.

Bitte ergänzen!

Tweet2

Erfahrungsgemäß kommen die besten Ideen nicht von Listen, sondern spontan. Welche besonders erfolglosen Taktiken habe ich vergessen? Ich freue mich auf Ihre Ergänzung der Liste.

 

PS: Bei diesem Artikel wurde spuren- bis massenweise Ironie verwendet.


Tags zum Thema: twitter

Martina Kölsch

Martina ist als Online Marketing Managerin bei der mindshape GmbH für verschiedene Bereiche des vielseitigen Themas zuständig. SEO, SEA, Tracking und Conversion Optimierung sind nur ein Teil ihres Alltags, gerne schaut sie sich auch neue und (noch) nicht bekannte Bereiche an. Auch in Ihrer Freizeit testet sie schon einmal an eigenen Projekten, was in der Internetwelt möglich ist. 
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